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Im Spiegel der Presse Die Rheinpfalz vom
28.06.2005
von Uwe
Burkert
„Höret die Stimme des Herrn"
Liedertafel trotzt bei Mendelssohns
„Elias" auf bravouröse Weise den subtropischen Temperaturen in der Winzinger
Josefskirche
Mendelssohns musikalisches
Monumentalepos "Elias" durchzustehen glich einer biblischen Prüfung am
Sonntagabend in der Sankt Josefs-Kirche. Denn die war alles andere als
wohltemperiert. Ein Kompliment deshalb vorab an alle Beteiligten: den
Sängerinnen und Sängern des Philharmonischen Chors Liedertafel, der
Russischen Kammerphilharmonie Sankt Petersburg und auch dem Publikum, das
durchhielt bis zum Schluss bis auf einige, die zwecks Kollapsprophylaxe nach
der Pause lieber nicht wiederkehrten. Ein Kompliment allen voran aber Hans
Jochen Braunstein, der bei diesem musikalischen Marathon über nahezu
zweieinhalb Stunden das "Feld" anführte, zusammenhielt, sogar noch anfeuerte,
aber auch zur rechten Zeit das Tempo herausnahm, Innigkeit trotz drückender
Schwüle forderte und bekam und so Chor, Orchester und Solisten alles, aber
auch restlos alles abverlangte.
Als Steffi Sieber mit
ihrem brillianten Sopran leise einführte in den zweiten Teil, ahnte man, das
wir hier ins Zentrum von Mendelssohns musikalischem Bekenntnis geführt werden
sollten: "Höre, Israel, des Herrn Stimme!" Und damit auch ins Zentrum von
Elias' Glauben: "Schma, Jisrael", zu hören auf Gott und seine Gebote, das
tägliche Credo gläubiger Juden in aller Welt bis heute.
Wie überhaupt die
zentralen Momente leise daher kamen. Ganz im Sinne des "Säuselns", in dem
sich Gott Elias zeigt. Nicht im Sturm, nicht im Beben und nicht im Feuer:
"aber der Herr war nicht ... " lässt Braunstein den Chor beinahe spöttisch
gegen menschliche Erwartungen skandieren.
Volles Risiko ging
Braunstein damit, das legendäre Doppelquartett "Denn er hat seinen Engeln
befohlen", wieder so ein zentrales, eher leises Stück, allein mit chorischen
Kräften zu besetzen. Prompt geriet manches in Schieflage. Uneinheitliches
Tempo anfangs, intonatorische Eintrübungen – und wo waren die hohen Tenöre
bei ihrem letzten "befohlen über dir", zu singen zum Sterben schön? So ging
die überirdische, schwerelose Schönheit dieses Chores leider etwas verloren,
und man erwartete die nächsten Nummern mit gemischten Gefühlen. Doch siehe
da, alles geriet wieder ins Lot.
Der nächste Versuch, rein
chorisch in kleiner Besetzung zu glänzen, gelang prächtig. Mendelssohn
überschreibt das Terzett "Hebe deine Augen auf zu den Bergen" für zwei
Sopranstimmen und Alt mit "Die Engel". Und siehe, hier stellte sie sich ein,
die einfach himmlische Heiterkeit und Schwerelosigkeit mit einem funkelnden
ersten Sopran über den Wolken.
Ob die Einschätzung der
Veranstalter, Mendelsohns "Elias" sei eine "grausame alttestamentarische
Schauerstory" den Nagel auf den Kopf trifft? Zu ertragen nur, weil in so
wunderbare Musik gepackt? Ach, dass die Menschen immer versuchen, sich alles
so zurechtzulegen, wie es ihnen gefällt. Da sei Elias vor! Die Botschaft ist
ganz einfach: "Höre des Herrn Stimme!" Und Mendelssohns Musik das ideale
"Hörtraining". Aber nicht trotz, sondern gerade mit der Story.
Braunstein gelang die
musikalische Predigt mit einer sehr gut vorbereiteten Liedertafel samt
solider und beweglicher Russischer Kammerphilharmonie - danke für das
sinnlich verklingende Oboensolo am Schluss der Nummer 37, "der Bund deines
Friedens soll nicht fallen"! Aber auch dank des ausgezeichneten
Solistenensembles. Neben Steffi Sieber (Sopran) überzeugten Kirsten Schwarz
mit kraftvollem, warmem Alt, Robert Morvai (Tenor), der mit seinem weichen,
aber substanziellen Tenor sofort, "Zerreißet eure Herzen", für sich einnahm
und Wolf Matthias Friedrich (Bass), der den zornigen, eifernden Propheten
ebenso geben konnte wie den zerknirschten, den zweifelnden, den resignierten,
"Es ist genug". Genug? Für heute schon. Doch morgen würden wir uns ihn schon
wieder gerne anhören, Mendelssohns "Elias".
Die Rheinpfalz vom 13.09.2004
ERGREIFENDES KLANGERLEBNIS
Liedertafel und Partnerchor aus Lincoln mit Rossinis "Petite Messe
Solennelle" in der Kirche St. Josef in Neustadt
Erwartungsfroh und festlich gestimmte
Musikliebhaber strömten am Samstagabend zahlreich in die Kirche St. Josef in
Neustadt, um der Aufführung von Gioacchino Rossinis "Petite Messe Solennelle",
einer Art musikalischen Testaments des Komponisten, beizuwohnen. Und sie wurden
nicht enttäuscht. Der "Philharmonische Chor Liedertafel Neustadt" und
die "Lincoln Choral Society" musizierten unter der souveränen Leitung
von Hans Jochen Braunstein.
Die Zuhörer in der voll besetzten Kirche hörten zudem ein Solistenquartett, das
sich aus Veronika Wiedekind (Sopran), Kirsten Schwarz (Alt), Johannes
Kaleschke (Tenor) und Arndt Schumacher (Bass) zusammensetzte. Die
Instrumental-Partien übernahmen in beeindruckender Manier Christine Börsch
(Klavier) und Bernd Fink (Harmonium). Getreu dem Motto des Kultursommers hatte
man einen italienischen Komponisten gewählt und damit die Partnerschaft mit der
"Lincoln Choral Society" um ein weiteres großes Werk gefestigt und bereichert.
Gleich zu Anfang versuchte man zu verstehen, weshalb Rossini wohl Klavier und
Harmonium als Gegengewicht zu den Sängern gewählt hatte. Üblicherweise wurde
einem großen Chorklang ein ebenbürtiger Orchesterklang entgegengesetzt. Im
Verlauf der "kleinen" feierlichen Messe (Aufführungsdauer 90 Minuten) wird aber
schnell deutlich, dass das Klavier hier ein kraftvoll fordernder Motor mit
mächtiger Gestaltungskraft und das Harmonium für die zarten, beseligenden,
transzendentalen Momente zuständig ist. Beide Instrumentalsolisten ließen den
Gedanken an ein möglicherweise fehlendes Orchester schnell vergessen und
reihten sich in einen imponierenden Klangorganismus ein.
Dazu trugen in erheblichem Maße die beiden Chorgruppierungen bei. Solide
vorbereitet und hervorragend eingestellt, präsentierten sich die zahlreichen
Sänger und agierten mit Aufmerksamkeit und freudiger Musizierlust. Lediglich
der Anfang des "Kyrie", der unstrukturiert und mit ungenauer Intonation
möglicherweise der Aufregung und dem Ausloten der Akustik zum Opfer fiel,
befriedigte nicht. Bei der Wiederholung des "Kyrie" geschah dies nicht mehr.
Erstmals aufhorchen ließe der Chor beim Einstieg ins "Gloria" und beim
Gänsehaut verursachenden "Cum Sancto spiritu". Höhepunkte des Chors waren
zweifelsohne der imposante Gestaltungswillen und die sensible und doch mächtige
Dynamikbandbreite im "Credo".
Die Gesangssolisten hinterließen an diesem Abend einen etwas zwiespältigen
Eindruck. Zu Beginn agierten sie blass, unsynchron und mit rhythmischen
Problemen. Im Verlauf des Konzerts änderte sich dies erfreulicherweise. Arndt
Schumachers Bass zeigte sich eher unauffällig und substanzlos, mehr in der Höhe
als in der Tiefe zuhause. Der Tenorpart wurde von Johannes Kaleschke sauber und
gediegen vorgetragen, besonders bei "Domino Deus" gut mit dem Klavier
harmonierend. Leider fehlten besondere Glanzpunkte. Kirsten Schwarz, deren
gehaltvoller Alt manchmal etwas aufgeregt artikulierte und der Gesamtaufgabe
rhythmisch nicht immer gewachsen schien, steigerte sich allerdings zu einem
aufrührenden Ereignis im abschließenden "Agnus Dei". Am besten gefiel die
kompetente Ausgestaltung der Sopran-Partie durch Veronika Wiedekind. Ihr
bewegender Vortrag war durchweg gekonnt phrasiert und mit vortrefflicher
Dynamik versehen, hervorzuheben unter anderem im "Crucifixus". Christine Börsch
am Klavier und Bernd Fink am Harmonium zelebrierten dann gemeinsam mit Chor und
Altsolo ein ergreifendes "Agnus Dei" zum Abschluss, das seinesgleichen suchte
und eine bedeutungsschwere Stille hinterließ.
Es fiel dem Publikum sichtlich schwer, diesen magischen Moment mit begeistertem
und langanhaltendem Beifall zu unterbrechen. Als Fazit bleibt: ein gelungenes
Konzert mit glanzvollen Höhepunkten.
Annette Weigert, Die Rheinpfalz
Die Rheinpfalz Ende Dezember 2002 zum
Weihnachtskonzert am 22.12.2002
DER GLANZ VERBORGENER KLEINODIEN
Philharmonischer Chor ,"Liedertafel« geht mit seinem Programm neue Wege
Der philharmonische Chor
»Liedertafel" geht neue Wege im Aufbau der Chorproben und in der
Programmgestaltung. Mit seinem neuen künstlerischen Leiter Hans Jochen
Braunstein verändert sich vor allem die musikalische Landschaft, in der wohl
weniger die großen Standardwerke der Chorliteratur, dafür bisher verborgen
gebliebene Schätze bedeutender Komponisten aus der Versenkung geholt werden.
Ein löbliches Unterfangen, denn es gibt gewiss manche musikalische
Kostbarkeit, die aus welchen Gründen auch immer einfach in Vergessenheit
geriet.
Ein solches Kleinod ist
das zehnteilige Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Swens … Ein
hörenswertes Werk, anmutig und von einer eigenartig melancholischen
Heiterkeit, …
Die Wiedergabe durch den
in allen Stimmen homogen besetzten Klangkörper der ,"Liedertafel" im Verein
mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester Mannheim, Sigrid Haselmann (Harfe),
Rudolf Peter (Orgel) und den Gesangs-Solisten Veronika Wiedekind (Sopran),
Claudia Römer (Alt), Eva Braunstein (Mezzosopran), Franczisco Almanza (Tenor)
und André Melner (Bass) unter der umsichtigen, souveränen, stets animierenden
Gesamtleitung Braunsteins hatte ein enorm hohes Niveau und breitete alle
Schönheiten der Partitur in exquisiter Klangvielfalt und großer dynamischer
Bandbreite genüsslich aus. Schwer zu sagen, was mehr beeindruckte: die
wunderbare Chordisziplin und intonatorische Sauberkeit, mit der Pianostellen
von ätherischer Schönheit und Klangfülle oder geheimnisvoller Spannung
erzeugt wurden, oder die aufmerksame, tonlich dezente Stütze durch den
farbigen Orchesterpart und die apart registrierte Orgel-Grundierung mit den
virtuosen Glanzlichtern der Harfe.
Auch die Ensemble-Szenen der Solisten entzückten durch ihre eingängigen
Harmonien und die abgerundete Homogenität.
Mit zwei lateinischen
Motetten des Franzosen belgisch-deutscher Herkunft Cesar Franck sang sich der
Chor vor der Pause ein, brillierte in den zarten Zwiegesängen der einzelnen
Stimmgruppen, den packenden Steigerungen und Kontrasten und dem dynamisch
veredelten Farbenreichtum.
Einleitend spielte das
Kurpfälzische Kammerorchester Mannheim, ebenfalls unter Leitung von
Braunstein, das Weihnachtskonzert für Streichorchester und Basso continuo des
italienischen Geigers Francesco Maria Manfredini…, … boten hinreichend
Gelegenheit, besondere Orchester-Tugenden festzustellen. Vor allem - je nach
Bedarf - den schwerelos »schwebenden" Klang oder die herzhaft akzentuierte
Gestik, die plastische Zeichnung der einzelnen Sätze, die tänzerische Grazie,
den innigen, immer wieder neu aufblühenden Ton, das geisterhafte Raunen oder
die bis zur leidenschaftlichen Gebärde gesteigerte Wehmut. (mes)
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Die
Rheinpfalz am 20.12.2004
Zum Weihnachtskonzert der Liedertafel
Wer hätte das wohl gedacht?
... Ein Abend der musikalischen
Überraschungen, ein Konzert, das so gar nicht die Bezeichnung „traditionell“
verdient . Und eigentlich möchte man alleine schon in Anbetracht der
außergewöhnlichen musikalischen Mutprobe den Hut vor den Interpreten ziehen:
Drei Gloria-Vertonungen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, wurden
aus dem Raritätenkabinett der Musikgeschichte gefischt, sorgfältig entstaubt
und dem Publikum in einer bemerkenswerten Frische präsentiert.
Eine Mutprobe birgt bekanntlich Risiken, die zwar durch sorgfältige
Vorbereitung minimiert, niemals aber ganz eliminiert werden können. Bei ihrer
abenteuerlichen musikalischen Exkursion wurde die Liedertafel unterstützt vom
Oratorienchor Landau und dem Philharmonischen Orchester Heidelberg. Ein Heer
von über 160 Mitwirkenden musste Dirigent Hans Jochen Braunstein unter seine
Fittiche nehmen und durch den mit allerlei technischen Fallstricken
gespickten Dschungel schleusen. Angefangen mit dem auszugsweise gebotenen
Oratorium „Christus“ von Franz Liszt. Wurde dieses vor 140 Jahren komponierte
Werk überhaupt schon mal in Neustadt aufgeführt? Vermutlich eher nicht, wie
überhaupt dieser „ästhetische Zwitter“ aus weihevoll-archaisierendem
Kirchenton und spätromantischer Symphonik seinerzeit bei Musikliebhabern wie
Klerikern auf Ablehnung stieß. Die etwas langatmige orchestrale Einleitung
zelebrierten die Heidelberger durchaus facettenreich mit wackelfreiem
Bläserapparat und butterweichem Streicherklang. Nach einer viertel Stunde
erhob sich dann der Monumentalchor aus seinen Stühlen und ließ aufhorchen: Im
Wechsel mit dem spanischen Tenor Joaquin Asiain, übrigens der einzige Solist
des Abends, gelang trotz unsanglicher Setzweise des doch eher auf
Klaviertasten spezialisierten Franz Liszt ein bemerkenswert exklusives
Klangergebnis. Kleiner Wermutstropfen: Dass der im Stimmfach „Tenor di grazie“
beheimatete Sänger Joaquin Asiain im Kontrast mit den klangprächtig
auftrumpfenden übrigen Klangkörpern zwar sehr ausdrucksvoll und beweglich,
zweifellos aber zu grazil (im Klartext: zu leise!) agierte, mag wohl vor
allen den Zuhörern in den hinteren Reihen unangenehm aufgefallen sein.
Stichwort „Kontraste“: Zwischen Liszt und Puccini liegen Welten und um dies
besonders ohrenfällig zu machen, griff Braunstein zu einer ungewöhnlichen
Maßnahme. Nach der Liszt-Vertonung des Gloria in exelcis Deo sollte ohne
Zwischenapplaus das Gloria aus der Messa di Gloria des italienischen
Opern-Komponisten angehängt werden. Auf der einen Seite neudeutsche
Geistestiefe und durchkonstruierte Leitmotivik à la Wagner, jetzt und
urplötzlich, mit Brachialgewalt hereinbrechendes, bombastisches Jublieren.
Ein wohltuender Befreiungsschlag für Chor und Publikum, ein Sprung in den
Himmel – jetzt freuen wir uns auf’s Christkind und wünschen uns als
CD-Geschenk nicht den hinterlistigen Liszt, sondern den putzig-fröhlichen
Puccini.
Aber Spaß beiseite. Zwar hatte der Chor mit der abschließenden „Cum sancto
spiritu“-Fuge sein enormes Leistungsvermögen unter Beweis gestellt, die ganz
großen Bewährungsproben sollten jedoch erst nach der Pause folgen. Zum
Auftakt der zweiten Hälfte jedoch überzeugten die Instrumentalisten mit dem
Orchesterstück „Die heiligen drei Könige“ von Franz Liszt – Braunstein
scheint nicht nur ein gutes Händchen für Chorführung zu haben, sondern
zaubert mit dem Dirigerstab gerne auch einen kultivierten, perfekt
ausbalancierten Streicher- und Bläsersound. An den Grenzen des für einen
Laienchor gerade noch Machbaren bewegten sich die 110 Sängerinnen und Sänger
dann mit dem A-cappella-Chor „Stabat Mater speciosa“ aus unserem beliebten
Liszt-Oratorium „Christus“. Eine kleine Intonationsstütze im chromatisch
durchsetzten Harmonie-Dickicht bot Herwig Maurer an der Orgel – dennoch
näherte man sich zuweilen bedrohlich der Absturzgrenze. Respekt vor dieser
großen Mutprobe und ein Lob für die akribische Probenarbeit, die hinter
diesem musikalischem Drahtseilakt steckt.
Es war ein Abend der Kontraste. Zum letzten Mal sollte angesichts des
Schreckgespenstes Franz Liszt ein Befreiungsschlag folgen. Ein
Befreiungsschlag mit dem die Liedertafel gleichzeitig eine kleine Premiere
feierte - zeitgenössische Musik gehörte bisher nicht zu ihrem Programm. Mit
John Rutters Gloria gelang der kühne Sprung ins kalte Fahrwasser des 20.
Jahrhunderts, obgleich dieses Werk natürlich eindeutig zu den gefälligen
Schöpfungen der Avantgarde zählt.'
Überschäumende Fröhlichkeit, energischer Zugriff, zündende Klangentfaltung à
la Hollywood (die Musik hätte außerdem wunderbar als Begleitmusik zur
Dallas-Serie getaugt!) beschlossen ein Klangereignis, das nicht nur in
Anspielung auf die Programmfolge das Prädikat „glorios“ verdient.
Markus Pacher, Die Rheinpfalz
Die Rheinpfalz am 25.05.2003 Zum Opernkonzert in der Festhalle Landau am
23.05.2003
Sänger parlieren mit locker,
leichtem Tonfall
Ein in mehrerer Hinsicht "anderes" Konzert erlebten die Zuhörer am Freitag in
der Landauer Festhalle. Die Vereinigten Chöre des Musikvereins Landau
(Oratorienchor) und der Philharmonischen Liedertafel Neustadt mussten sich
mit einem für sie weitgehend neuen Musikgenre auseinander setzen: Mit
Opernchören aus zwei Werken französischer Komponisten der Romantik, mit
"Hoffmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach und "Carmen" von George Bizet.
Doch nun zur Musik. Das fantastisch klangwirksam und präzise aufspielende
Philharmonische Orchester Heidelberg lockte mit enormer Farbigkeit zwischen
gebündelter Durchschlagskraft, feinen Lyrismen und anmutigen Instrumentalsoli
(Harfe, Flöte, Oboe) das typische Kolorit französischer Opernmusik heraus ...
Hans-Jochen Braunstein waltete dabei stets souverän über Orchester, Chor und
Solisten ...
... Den hohen Anspruch, den Hans-Jochen Braunstein seit Jahren als Leiter
beider Chöre verlangt, manifestierte er hier wieder; nicht zuletzt dadurch,
dass er alles in der Originalsprache, also Französisch, singen ließ.
Bewunderungswürdig, wie er dies vermittelte, wie die über 100-köpfige
Sängerschar locker und klangexakt artikulierte, wie sie in rhythmischer
Genauigkeit und leichtem Tonfall parlierte. Zudem waren die Chorpassagen oft
nur als kurze Einwürfe eingebettet in Ensembleszenen, in denen Solisten mit
Arien und Duetten die Opernhandlungen plastisch entwickelten. Allein diese
Konzeption, nicht nur chorische Highlights aufzuketten, sondern ganze Werke
zu vermitteln, war eben auch das Andere an diesem Konzert.
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Die Rheinpfalz vom 29.01.2001
zum 105. Herrenweinweinabend
... Jedenfalls kursierten in der Redaktion so viele geheimnisvolle Geschichten
rund um den Herrenweinabend, dass es den Redaktionsneuling geradezu drängte, am
Samstagabend seine Premiere zu feiern. Leichtsinn oder Neugierde - das ist
mithin auch eine Frage der Perspektive. Und die kann ja ganz unterschiedlich
sein: Während der Ehemann am Tag danach beim Sonntagsfrühstück überschwänglich
den Wein lobt - einen 1999er Probsthof Riesling vom Weingut "Probsthof" des
Haardter Winzer Reiner Zimmermann -, der kein Kopfweh, keinerlei
Magenverstimmung hinterlassen hat, ...
... das Motto des Abends: "Willkommen im dritten Jahrtausend". Und die
Liedertafel hat sich mächtig ins Zeug gelegt, um dem Motto gerecht zum werden.
...
Einen launigen Festredner hatte die Liedertafel in diesem Jahr mit Markus Heil
vom Neustadter Weinbauamt gewinnen können. Zu diesem Zeitpunkt hatte die
Stuttgarter Band von Joe Schwarz den Herren im Saal bereits kräftig eingeheizt.
...
...Klassischer Höhepunkt, und vom Saalbau-Publikum geradezu unentwegt
herbeigesungen, war wieder einmal die "Lewwerworschd-Scharade" des
Karlheinz-Nestle, der zu Bildern von Hans Wolfgang Scholl Texte von Hans Fuder
vortrug. Die Begeisterung übertraf sogar noch jene, die dem unverwüstlichen
Witze-Erzähler Wolfgang Meister entgegenschlug. Nach diesem Auftritt gab es
kein Halten mehr, was sicherlich auch den Weinkonsum, der bis zur Pause bei 850
Litern lag, nochmals angekurbelt haben dürfte. ...
Stadtanzeiger Neustadt an der Weinstaße
vom 1.1.2001 zum ersten Herrenweinabend der Liedertafel im 3. Jahrtausend
Mit einem furiosen Auftakt begrüßte die Liedertafel Neustadt gut
tausend erwartungsfrohe Männer zum 105.
Herrenweinabend im Saalbau unter dem Motto „Willkommen im 3. Jahrtausend": Zu
den futuristisch-fetzigen Klängen von „Also sprach Zarathustra" präsentierte
eine rasende Bilder-Show drei Jahrtausende Menschheitsgeschichte im
Schnelldurchlauf. Symbolträchtige Aufnahmen aus Technik, Kunst, Wissenschaft
und Politik (zusammengestellt von Sebastian Zipp und Tobias Rüde) wurden auf
die Leinwand projiziert, die sich als Bildschirm eines überdimensionalen
Computer-Monitors darstellte, den Schreinermeister Georg Eberhard ganz
elegant-schlicht gestaltet hatte mit einem dezenten, bekannten Marken
nachempfundenen Herstellerlogo "LTN". Natürlich sei auch die Liedertafel längst
im Internet, versicherte Liedertafel- Präsident Prof. Dr. Frank Sobirey....
Vom Schreibtisch aus grüßte er die Besucher per Webcam von der LTN-Webpage ...
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