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Die ersten 100 Jahre (1)
Was ist eine Lieder-Tafel?
Am Anfang stand die Geselligkeit, die fröhliche, trinkfeste, sangesfrohe Männerrunde, die sich im 19. Jahrhundert allüberall in Deutschland etablierte - so auch
Es waren honorige Bürger die sich da zusammenfanden, um, neben dem guten Wein, dem "Deutschen Lied" zu huldigen, dem Volkslied der gerade zu Ende gehenden Zeit der musikalischen Romantik, auch dem Jagd- und Trinklied, wie es in der alten
Chronik heißt. Jedenfalls standen damals schon beide Komponenten, Musik und Geselligkeit, im Vordergrund des Vereinsgeschehens - und sind es bis heute geblieben.
Nach den Siebziger Jahren wurde man nationalbewußter im Liedgut - es brauste der Ruf wie Donnerhall und Lützows wilde verwegene Jagd fegte durch den 1873 eingeweihten Saalbau, an dessen Entstehen die Liedertäfler sich beteiligt hatten. Auch das eine Verbundenheit bis in unsere Zeit hinein. Auch
kleine Singspiele, selbst ganze Operetten, sowie Kostümbälle erweiterten damals das Programm der Chorarbeit. Interessant auch, daß
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Johannes Brahms |
mit der Liedertafel in Neustadt musizierte.
Im Auf und Ab des Vereinsgeschehens kam es 1910 zur Übernahme eines kränkelnden Chores, des Neustadter Cäcilienvereins. Das brachte dann auch die Erweiterung des bisher mehr als Männerchor geführten Ensembles zum gemischten großen Chor mit sich, dem sich nun auch die oratorische Literatur
erschloß.
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Die ersten 100 Jahre (2)
Vor allem in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, den die Chorgemeinschaft glimpflich überstand, wurden die großen Oratorien gepflegt, gefördert auch durch die
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1919 erfolgte Gründung des "Landessymphonieorchesters", |
dem Vorläufer der heutigen Pfälzischen Staatsphilharmonie; ein Standbein des Orchesters war damals die Begleitung größerer Chorwerke. Dirigent war zu der Zeit der in Schweden gebürtige Lil Erik
Hafgren, gleichzeitig Leiter des Neustadter Konservatoriums, bis fast zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Dort ging wieder ein großer Entwicklungsbogen der Liedertafel zu Ende.
Mit Genehmigung der französischen Besatzungsmacht startete
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der Neubeginn "aus den Ruinen" bereits 1946 |
"Chorleiter war nun der 1942 ans Konservatorium gekommene Musikdirektor Artur Reinhard, der ebenfalls wieder die Oratorien aus Barock, Klassik und Romantik zur Aufführung brachte, zum lOOjährigen Chorjubiläumskonzert 1967 z.B. das Riesenwerk
"Die Seligen" für drei Chöre, Kinderchor und großes Orchester von Joseph Haas, einem Schüler Max Regers, und Bruder des Neustadter Ehrenbürgers Alban Haas.
Danach schlitterte der Verein in seine große Existenzkrise, die beinahe zur Auflösung der Liedertafel führte. Der Teufelskreis drehte sich nach unten: Keine Sänger mehr weil kein gutes Programm, kein gutes Programm weil keine Sänger mehr da. Viele unglückliche Komponenten in der musikalischen
und gesellschaftlichen Vereinsführung kamen zusammen: ein weiterer Bogen war zu Ende gekommen.
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